Bergbauweg · Station
Ehemaliger Gasthof Löchleinstal
Gleich mehrfach bedeutend ist das Gebäude Löchleinstal 77, das der Volksmund als das „Löchla“ kennt. Über Jahrhunderte hinweg diente es als Gasthaus. Zurück geht es jedoch auf das Zechenhaus eines alten Bergwerks. Vom „Löchla“ aus führt ein langer Gang in den dahinter liegenden Berg „Helle Glocke“. Dieser Gang soll jenseits der „Hellen Glocke“ sogar mit dem Stolleneingang in Grenzhammer in Verbindung stehen. Zahlreiche Seitenstollen sind heute meist verschüttet. Es ist anzunehmen, dass die gesamte „Helle Glocke“ durch den einstigen Bergbau unterhöhlt ist.
Die Stollen sind leider nicht zu besichtigen (Privatbesitz).
In der Zeit von 1819 – 1823 diente das „Löchla“ wegen seiner Abgeschiedenheit Mitgliedern studentischer Burschenschaften, vor allem aus Leipzig, Halle, Jena und Erlangen, als konspirativer Treffpunkt.
Unter ihnen war auch Karl Ludwig Sand, ein Wunsiedler Theologiestudent. Ihn traf angeblich das Los dreimal, als es darum ging, wer den Staatsrat August von Kotzebue ermorden sollte. In den Augen der Burschenschaftler war Kotzebue ein „Landesverräter“ und „Verführer der Jugend“. Sand fuhr von Warmensteinach nach Mannheim und erstach Kotzebue am 23. März 1819. Karl Sand wurde gestellt und 1820 durch das Schwert hingerichtet. Es folgte die Auflösung der Burschenschaften.
Übrigens: Im Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel ist Karl Ludwig Sand ein eigener Raum gewidmet.
Die Texte entsprechen der Entwurfsfassung der Tafeln und können sich noch ändern.
Die Tafel an der Station
