Bergbauweg · Station
Mühlbach
Fledermäuse – bedroht und doch so wichtig!
Die Fledermaus, das einzige flugfähige Säugetier, kommt weltweit in über hundert Arten vor. Gemeinsam ist allen die Nachtaktivität und die Ultraschallpeilung. Durch ihre Nachtaktivität wurde sie früher mit dem Teufel in Verbindung gebracht und aus diesem Aberglauben heraus verfolgt.
In Deutschland existierten ursprünglich sehr arten- und zahlenreiche Populationen. Natürliche Feinde sind der Marder, der Fuchs, die Hauskatze sowie die Eule. Sie dezimieren den Bestand im Einklang mit der Natur. Eine drastische Reduzierung des Bestandes erfolgte aber durch Quartiervernichtung (z.B. fehlende Baumhöhlen oder Dach- und Gebäudesanierungen) und Umweltgifte. Im Fichtelgebirge sind noch 17 Fledermausarten heimisch, darunter das Große Mausohr, die Nordfledermaus und die Wasserfledermaus.
Schutz der Fledermaus
Um einem weiteren Rückgang ihres Bestandes entgegenzuwirken, begann man in den 1980er Jahren mit einem massiven Schutzprogramm für Fledermäuse. Erfreulicherweise konnte dieser damit gestoppt werden. Heute ist sogar eine leichte Erholung zu verzeichnen. Da die Fledermäuse im höhlenarmen Fichtelgebirge auf frostsichere Stollen und Keller als Paarungs- und Überwinterungsquartiere angewiesen sind, kommt der Stollenöffnung und ihrer Sicherung eine besondere Bedeutung zu.
Die Stollen entlang dieses Bergbauwegs eignen sich hervorragend als Winterquartiere. Die Vielzahl der Spalten und Abbauräume im schiefrigen Gestein bieten zusammen mit der angemessenen Luftfeuchtigkeit ideale, artenspezifische Lebensräume.
Rekonstruktion des Stolleneingangs
An dieser Stelle war nur noch der Tagbruch eines Stollens als Loch im Hang vorhanden. Die Brüchigkeit des Eingangs erforderte Sicherungsmaßnahmen, um das Objekt als bergbauhistorisches Denkmal zu erhalten und für den Artenschutz zu nutzen. Bei den Baumaßnahmen wurde ein zweiter, der untere Eingang entdeckt.
Beide Eingänge sind nun durch Natursteingewölbe gesichert und nach außen verlängert. So werden die Stolleneingänge und die Stollen vor dem weiteren Verfall geschützt.
Die Stollen wurden vermutlich vom Ende des 15. bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts genutzt. Sie dienten dem Abbau von Eisenerz und von Flussspat, die in den nahe gelegenen Hammerwerken und Schmelzhütten verarbeitet wurden.
Beide Stollen dienen nun dem Artenschutz (neben dem der Fledermäuse z. B. auch für Lurche und diverse Insekten).
Die Texte entsprechen der Entwurfsfassung der Tafeln und können sich noch ändern.
Die Tafel an der Station
