Henkerpfad
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11.

Bergbauweg · Station

Großer Ausbiss

Erzsuche und Abbau

Die Erzgänge fanden die Bergleute anfangs meist durch Lesesteine, Wünschelruten oder Schürfe. Den an der Oberfläche sichtbaren Teil einer Lagerstätte nennt man im Bergbau “Ausbiss“.

Der Abbau begann meist mit einfachen Mitteln (Spitzhacke) von der Oberfläche aus (1). Ab einer gewissen Tiefe mussten die Wände des Schachtes durch Stempel und Streben gesichert werden (2).

Im Schachttiefsten sammelte sich das Regen- und Sickerwasser, was den Abbau erschwerte. Es musste in Kübeln aus dem Bergwerk getragen werden, ebenso wie das Erz und das erzfreie, das „taube Gestein“, das meist zu einer Halde vor dem Grubenausgang angeschüttet wurde (3). Erreichte der Abbau eine bestimmte Tiefe, wurden der Material- und Wassertransport zu aufwändig und der Betrieb eingestellt. Nur ergiebigere Erzlager erschloss man durch kostspielige Wasser- und Förderstollen (4). Durch diese Art des Bergbaus konnte ein ganzer Berghang aufgeschlossen werden (5).

Entstehung der Lagerstätte

Hier, am „Großen Ausbiss“ tritt eine mehr als ein Meter breite Bruchzone an die Erdoberfläche. Diese hat sich vor Jahrmillionen durch Bewegungen der Erdkruste gebildet. Das genaue Alter der Bewegungen ist nicht bekannt. In die vielen begleitenden Kleinbrüche sind aus der Tiefe heiße, quarzreiche und erzführende Lösungen eingedrungen. Aus ihnen haben sich vor allem Eisenspat (FeCO3) und Flussspat (CaF2) sowie reichlich Quarz abgeschieden. Mit der Zeit wurden die überlagernden Gesteine der Erzzone abgetragen. Die Primärerze unterlagen nun von der Erdoberfläche her der Verwitterung. Eisenspat wandelte sich dabei zu Brauneisenerz um und das Eisen reicherte sich in der Verwitterungszone an. Diesem Eisenerz folgten die Bergleute zunächst oberflächennah. Später galt der Bergbau dem Flussspat (vermutlich vorwiegend unter Tage).

Zeugnis der Montangeschichte

Die schmale Spalte („Pinge“) deutet an, dass der Abbau von der Oberfläche her in die Tiefe ging und der vererzten Bruchzone folgte. Wie weit die Pinge einst in die Tiefe reichte, ist nicht bekannt. Die Spalte endet hangaufwärts unvermittelt, möglicherweise weil der Abbau zu schwierig wurde oder die Erzzone endete. Die zahlreichen kleinen Pingen an der Oberfläche in Verlängerung der Spalte könnten auf der Suche nach der Fortsetzung des Erzganges entstanden sein.

Die Texte entsprechen der Entwurfsfassung der Tafeln und können sich noch ändern.

Die Tafel an der Station

Die Tafel an der Station: Großer Ausbiss
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Über das Projekt

Lasst uns gemeinsam den Weg beschreiten, der zwei gegensätzliche Themen verbindet: einerseits das mittelalterliche Henkersrecht in Žlutice und die Atmosphäre der Vergangenheit, die in dieser Region unauslöschliche Spuren hinterlassen hat, andererseits Entspannung und Erholung inmitten der Natur, die geistigen Ausgleich, aber auch Versöhnung mit den grausamen Taten bietet, die hier einst stattfanden.

Mehr über Projekt

Partner

Stadt Žlutice
Gemeinde Warmensteinach
Euregio Egrensis

Finanzierung

Europäische Union: INTERREG Bayern – Tschechien 2021–2027, Kleinprojektefonds
Stadt Žlutice – Gemeinde Warmensteinach

BYCZ-SPF00641

Kofinanziert von der Europäischen Union.

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