Bergbauweg · Station
Die Lebensumstände der Bergleute
Der Bergbau wurde wegen des erhöhten Bedarfs an Metallen im Mittelalter immer bedeutender: Die Landesherren setzten in Folge dessen verschiedene Privilegien für die Bergleute ein.
Zu diesen Privilegien, auch Bergfreiheiten, zählten zum Beispiel, dass Bergleute keine Steuern bezahlen mussten und auch nicht zum Frondienst aufgerufen wurden. Zusätzlich waren sie auch vom Kriegsdienst befreit. Wenn für die Bergwerke Holz benötigt wurden, durften sich die Bergbaubetreibenden aus den Wäldern des Landesherrn bedienen. Darüber hinaus hatten Bergleute das Recht auf freien Zu- und Wegzug und es war ihnen erlaubt, über Grundstücke anderer Personen zu reiten oder auch über Gewässer zu fahren. Wurde ihnen keine Wohnung geboten, durften sie sich ein Haus bauen, wie sie es wollten.
Diese bergfreiheitlichen Privilegien und auch die eigene Gerichtsbarkeit standen nicht jedermann zu und der große Unterschied in den persönlichen Rechten führte sicherlich zu Widrigkeiten im Zusammenleben mit den anderen Bewohnern des jeweiligen Bergbaugebiets. Tatsächlich waren die Bergleute im Fichtelgebirge nicht besonders beliebt. Weil sie oftmals für ihren rücksichtlosen Umgang mit Grundeigentümern bekannt waren, kam es häufig zu Konflikten. Ob dies der Grund ist, warum Bergleute oftmals in eigenen Ansiedlungen wohnten? Wir wissen es nicht. Fest steht aber, dass es bei größeren Bergbaurevieren sogar ganze „Bergstädte“ gab. Die sehr einfachen Häuser der Bergleute und ihrer Familien nannte man auch „Trüpfhäuser“.
Die Arbeit eines Bergmannes war körperlich hart: Schon in den frühesten Morgenstunden begann die Arbeit, bis zum Abend war die Kleidung teils durch die Witterung durchnässt. Dazu warf das Schuften nicht besonders viel Lohn ab. So konnten Bergleute zwar sich und ihre Familien ernähren, längst aber nicht in Prunk und Reichtum leben. Bezahlt wurden sie nämlich nicht nach den Arbeitsstunden sondern nach dem Ergebnis: dem erzhaltigem Gestein.
Damit Unfälle und Verkaufsprobleme die Bergleute nicht finanziell überwältigten, konnten sich sie sich in einer „Knappschaft“ zusammenschließen. Die Mitglieder dieser Knappschaft steuerten selbst finanzielle Beiträge bei, aber auch Strafgelder flossen hinein. Wenn dann ein Bergbauarbeiter verunglückt oder krank war, konnte er hier auf finanzielle Unterstützung hoffen.
Die Texte entsprechen der Entwurfsfassung der Tafeln und können sich noch ändern.
Die Tafel an der Station
