Bergbauweg · Station
Großes Bergloch
Schachtbau
Aus verschiedenen Gründen legten die Bergleute senkrecht in den Berg führende Schächte an. Entweder verfolgten sie eine Erzader in die Tiefe oder sie schufen einen zusätzlichen Weg in das Bergwerk, um Material hinaus zu fördern oder um die Frischluftzufuhr (Bewetterung) zu regeln.
Erz und taubes (= erzfreies) Gestein wurden mit Schlägel und Eisen aus dem Felsen gehauen und anfänglich in Kübeln oder Ledersäcken über den Schacht ins Freie gebracht. Mühsam trugen es die „Förderknechte“ über Leitern („Fahrten“) nach oben. Um das Leitersteigen bequemer zu machen und um die Bergleute vor herabfallenden Steinen zu schützen, zog man Bretterdecken („Bühnen“) in den Schacht ein. Waren die Schächte tiefer als 5 bis 10 m erfolgte der Materialtransport über eine zumeist hölzerne Seilwinde („Haspel“), die ein oder zwei „Haspelknechte“ bedienten. Diese Fördermethode verlangte einen durchgängig senkrechten Schacht, der zudem Platz für die Fahrten bieten musste. Der Schacht des Großen Berglochs trifft in etwa 20 Metern Tiefe auf den Mittleren Tagstollen.
Gesteine des Mittelbergs
Die Vererzungen am Mittelberg (Brauneisenerz, Flussspat) sind an Spaltenfüllungen (Gänge) gebunden, die bei bruchhaften Bewegungen der Erdkruste entstanden sind. Die Nebengesteine der erzführenden Gänge sind Phyllite (von griech. phyllon = Blatt). Dies sind ehemals tonige Ablagerungen, die in mehreren Phasen der Variszischen Gebirgsbildung (Abschluss vor rund 320 – 300 Millionen Jahren) durch Druck und Temperatur zu feinschiefrigen, blätterigen Gesteinen umgewandelt wurden. Abgelagert wurden die Ausgangssedimente der Phyllite in einem Meer vor rund 490 Millionen Jahren, in der geologischen Periode des Kambriums.
Die Phyllite am Mittelberg gehören in die Folge der Bischofsgrüner Schichten. Diese sind eine Untereinheit der Warmensteinacher Formation.
Die Texte entsprechen der Entwurfsfassung der Tafeln und können sich noch ändern.
Die Tafel an der Station
